Das Satin Meerschweinchen und die Osteodystrophie

Eine außergewöhnliche Meerschweinchen-Rasse aus den USA sind die sogenannten Satin-Meerschweinchen. Der Name bezieht sich auf ihr auffällig glänzendes Fell, das wie Satin schimmert. Leider leiden Satin-Meerschweinchen auch überdurchschnittlich häufig an Osteodystrophie, einer Knochenkrankheit. Satin-Meerschweinchen sollten also nur mit Vorsicht erworben und dann stets gut beobachtet werden.

Die Entwicklung der Satin-Meerschweinchen

Das Satin-Meerschweinchen ist eine noch recht junge Züchtung und keine neue Rasse im eigentlichen Sinne. Satin-Meerschweinchen können sowohl Kurz- als auch Langhaarmeerschweinchen sein, Curlys, Rex und Abessinier. Bei den Farben gibt es ebenfalls keine Einschränkungen. Der extreme Glanz des Felles kommt daher, dass die Haare des Meerschweinchens von innen hohl sind, so dass Licht durch das Haar fällt. (siehe auch Meerschweinchenrassen Fellrassen im Überblick).

Da das Satin-Gen rezessiv vererbt wird, sollten Satin-Meerschweinchen nur mit normal-farbigen Meerschweinchen verpaart werden, die das Gen in sich tragen. Die Züchtung von Satin-Meerschweinchen ist aufgrund der gesundheitlichen Probleme dieser Tiere aber umstritten – manche sprechen von einer Qualzüchtung. Die ersten Satin-Meerschweinchen kamen im Jahr 1986 aus den USA nach Europa und fanden auch in Deutschland viele Anhänger.

Satin-Meerschweinchen und die Osteodystrophie

Satin-Meerschweinchen haben ein erhöhtes Risiko, an Osteodystrophie, einer Knochenkrankheit, zu leiden, doch dies bedeutet nicht, dass sie zwangsläufig daran erkranken müssen. Viele Satin-Meerschweinchen leben putzmunter und ohne gesundheitliche Probleme viele Jahre lang. Dennoch sollten Besitzer eines oder mehrerer Satin-Meerschweinchen die Gesundheit ihrer Tiere stets sorgfältig im Auge behalten um den schleichenden Verlauf dieser Krankheit möglichst früh zu erkennen.

Der Ursprung der Osteodystrophie ist bislang noch unklar. Erkrankt ein Meerschweinchen daran, verlieren seine Knochen das wichtige Mineral Kalzium, so dass auch die Knochengrundsubstanz (das Osteoid) abgebaut wird. So werden die Knochen allmählich weich und können den Körper des Tieres nicht mehr tragen. Dies ist natürlich mit enormen Schmerzen verbunden. Eine Heilung ist in der Regel nicht möglich, so dass der Tierarzt das erkrankte Meerschweinchen meist nur noch aus seinen Leiden erlösen kann. Osteodystrophie der Meerschweinchen.

Die Osteodystrophie beim Satin-Meerschweinchen erkennen

Die ersten Warnsignale für eine potenzielle Erkrankung ist der Gewichtsverlust: Durch die weicher werdenden Kieferknochen kann das Meerschweinchen nicht mehr richtig kauen und verlagert sich auf Weichfutter oder hört ganz auf zu fressen. Als nächstes schwindet die Stabilität in den Oberschenkelknochen, so dass das Tier nicht mehr normal gehen kann und stattdessen zu hoppeln beginnt. Die ersten Symptome treten meist nach dem ersten Lebensjahr des Meerschweinchens auf. Bei manchen schreitet die Krankheit dann schnell fort, bei anderen Tieren ist der Verlauf dagegen so langsam, dass sie jahrelang symptomlos leben. Der Tierarzt erhärtet den Verdacht auf Osteodystrophie generell mit einem Röntgenbild: Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung zeigt sich das Skelett wie „aufgelöst“.

Während die Osteodystrophie bei Satin-Meerschweinchen vermutlich als Erbkrankheit betrachtet werden muss, können auch andere Meerschweinchen an ihr erkranken. So kann eine schlechte mineralstoffarme Ernährung ebenfalls zu Kalziummangel und somit zu einer Erweichung der Knochen führen.

Es gibt viele Meerschweinchen-Rassen

Es gibt übrigens eine ganze Reihe von Kurzhaarmeerschweinchen und seidigen Langhaarmeerschweinchen, es muss nicht unbedingt ein Satinmeerschweinchen sein. Das wohl beliebteste Meerschweinchen ist das Glatthaarmeerschweinchen mit ca. drei Zentimetern pflegeleichtem Fell (Fellpflege beim Meerschweinchen). Übrigens sind nicht nur Satinmeerschweinchen als eigene Züchtung umstritten, auch Nacktmeerschweinchen stoßen nicht auf jedermans Gegenliebe.

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