Augenkrankheiten beim Meerschweinchen: Eine Übersicht

Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal über das Problem der häufig beim Meerschweinchen auftretenden Bindehautentzündung gesprochen. Leider ist die sogenannte Konjunktivitis nur eines von zahlreichen Augenproblemen, die sich das Meerschweinchen im Laufe seines Lebens zu ziehen kann. Da vor allem ähnliche Krankheiten wie die Keratitis (Hornhautentzündung) oft mit der Bindehautentzündung verwechselt werden, will ich hier einmal ausführlicher über verschiedene Augenkrankheiten eingehen.

Entzündungen am Auge

Salopp gesagt handelt es sich bei allem, was auf -itis endet, um eine Entzündung. Neben der Bindehaut ist auch die Hornhaut häufig betroffen. Dann ist von einer Keratitis die Rede. Da beide Entzündungen oft auch zusammen auftreten, spricht der Tierarzt dann von einer Keratokonjunktivitis. Die Symptome sind gleich: Das Meerschweinchen leidet unter geröteten tränenden Augen und häufig ist eitriger Ausfluss an den Augenwinkeln zu sehen. Dennoch ist wichtig, dass der Tierarzt eindeutig abklärt, um welche Entzündung es sich handelt und die entsprechenden Augentropfen verschreibt.

Der Graue Star beim Meerschweinchen

Genau wie der Mensch, kann auch das Meerschweinchen am Grauen Star erkranken, d.h. im Auge bilden sich Katarakte, die zu einer Eintrübung führen. Am Ende des Krankheitsverlaufes steht leider die Erblindung des Tieres. In seltenen Fällen – vor allem bei Jungtieren – kann der Graue Star durch Vitaminmangel oder eine Augenverletzung ausgelöst werden. Bei entsprechender Behandlung der Ursache, wird dann die weitere Eintrübung des Auges verhindert. Meist handelt es sich jedoch um eine Alterserscheinung, die nicht aufzuhalten ist. Dennoch bedeutet die Erblindung nicht, dass das Meerschweinchen vorzeitig eingeschläfert werden muss – auch blinde Meerschweinchen haben noch viel Freude am Leben!

Übrigens können Meerschweinchen auch am Grünen Star (Glaukom) erkranken. Wie beim Menschen führt das Glaukom zu starken Einschränkungen der Sicht und schließlich zum Erblinden. Während die Erkrankung beim Menschen durch Messen des Augeninnendrucks oft frühzeitig erkannt wird und so der Verlauf verzögert werden kann, gibt es für das Meerschweinchen kaum Hoffnung.

Glotzauge und Fettauge

Zugegeben, diese Bezeichnungen sind nicht sonderlich charmant, doch sie treffen ins Schwarze: Beim Glotzauge ist der Augapfel leicht hervorgequollen, während das Fettauge nicht korrekt mit dem Augapfel abschließt und der Bindehautsack am unteren Augenrand deutlich zu sehen ist. Bei letzterem handelt es sich um eine Erbkrankheit, für die es auch keine Heilung gibt. Das Meerschweinchen kann mit einem Fettauge meist ganz gut leben, ist allerdings überdurchschnittlich häufig von Bindehautentzündungen betroffen.

Beim Glotzauge liegt meist eine organische Erkrankung vor, die der Tierarzt diagnostizieren muss. Handelt es sich beispielsweise um einen Abzess hinter dem Auge, ist der Verlust des Auges für das Tier leider unvermeidlich. Auch Infektionskrankheiten wie die Leukose können durch die krankhafte Vergrößerung der Lymphknoten zu Glotzaugen führen. Leider verläuft diese Krankheit in der Regel tödlich. Bei leichteren Erkrankungen kann der Tierarzt das Leben des Meerschweinchens jedoch manchmal auch retten und das Glotzauge bildet sich zurück.

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