Gesunde Ernährung fürs Meerschweinchen

Das A und O der Meerschweinchen-Ernährung ist Heu. Frisches Heu sollte den Meerschweinchen den ganzen Tag über zur Verfügung stehen, zum Beispiel in einer kleinen Heuraufe. Das Meerschweinchen gehört zu den Tierarten die einen sogenannten „Stopfmagen“ haben, d.h. ihr Darm hat keine Muskeln und kann das verdaute Futter nicht weiter transportieren, bis die Reste „hinten rauskommen“. Die Tiere müssen also über den ganzen Tag verteilt immer wieder Futter in sich hineinstopfen, damit das neu gefressene Futter das bereits halbverdaute frühere Futter weiter scheibt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Heufressens ist der Zahnabrieb. Meerschweinchen-Zähne wachsen quasi pausenlos nach, so dass die Tiere sie ständig abreiben müssen. Dies gelingt am besten mit Heu, da dieses einen hohen Anteil an Kieselsäure und Rohfasern besitzt, die beim Kauen die Zähne abschleifen. Äste von Obstbäumen, Birken und  Buchen oder Weidenzweige helfen den Meerschweinchen ebenfalls bei der Zahnpflege. Sogenannte Knabberstangen aus der Zoohandlung sind dagegen völlig sinnlos.

Bei der Fütterung von Heu ist darauf zu achten, dass das Heu noch grün und trocken ist und den typischen frischen Heuduft hat. Feuchtes, gammeliges oder gar schimmeliges Heu wird meist verweigert und es vor lauter Hunger doch gefressen wird, sorgt es für Magenprobleme.

Leckereien für das Meerschweinchen

Überzuckerte Leckerlis aus dem Supermarkt müssen nicht sein! Im Gegenteil, diese sorgen höchstens dafür, dass die Meerschweinchen verfetten. Wer seinem Meerschweinchen etwas Gutes tun will, geht im Freien Löwenzahn, Kamillen, Ringelblumen oder Gänseblümchen pflücken und legt sie in den Käfig. Auch normales Gras ist in Ordnung, solange es sich um lange Grashalme von der Wiese handelt. Die kurzen Grashalme, die beim Rasenmähen abgeschnitten werden, sind dagegen vollkommen ungeeignet. Wichtig ist auch, dass das Grünfutter nur trocken gefüttert wird. Feuchtes Grünfutter beginnt im Magen des Meerschweinchens zu gären und kann zu Durchfall oder Koliken führen.

Neben dem Grünfutter spielt auch das Saftfutter eine große Rolle: Dazu gehören Obst wie Äpfel, Erdbeeren und Trauben, sowie Tomaten, Möhren, Gurken, Paprika und Salatblätter. Obst sollte jedoch nicht zu viel gefüttert werden, da der Fruchtzucker dem Tier schnell auf die Rippen schlägt. Ideal ist Gemüse an etwa fünf Tagen pro Woche und Obst nur 1-2x pro Woche als Leckerli.

Als Faustregel für die Meerschweinchenfütterung gilt, dass jedes Tier täglich etwa 10% seines Körpergewichtes als Frischfutter bekommen soll um den täglichen Vitaminbedarf zu decken. Besonders wichtig ist dabei Vitamin C, von dem ein Meerschweinchen etwa 5 bis 20 Milligram täglich bekommen soll.

Trockenfutter aus der Zoohandlung

Theoretisch benötigt ein Meerschweinchen überhaupt kein Trockenfutter, solange es täglich genug Heu und Frischfutter zur Verfügung hat. Das fertige „Meerschweinchenfutter“ aus der Zoohandlung enthält zudem oft Produkte, die für seine Ernährung nicht geeignet sind (z.B. Sonnenblumenkerne, Getreide oder Zucker) und Nebenprodukte aus der industriellen Herstellung. Wer dennoch ab und zu Trockenfutter füttern will, sollte darauf achten, dass das Meerschweinchen ausreichend frisches Wasser zur Verfügung hat um den geringen Wassergehalt auszugleichen – ansonsten kann es leicht Blasensteine entwickeln. Auf jeden Fall sollte das Trockenfutter nur alle paar Tage gegeben werden und dann auch nur einen Esslöffel voll. Dies sieht für den Menschen zwar nach nicht viel aus, ist für das Meerschweinchen jedoch reichlich.

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